Gemeinsam gegen Desinformation: Erfolgreicher Fachtag „Fakt statt Fake“

Weinheimer Bildungsakteure diskutierten die aktuellen Herausforderungen durch KI und Co.

Wie können Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen? Welche Auswirkungen haben Künstliche Intelligenz, soziale Medien und Desinformation auf Bildung, Integration und gesellschaftliches Zusammenleben? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Fachtag „Fakt statt Fake“, zu dem der Kooperationsverbund Bildung: Digitalisierung zahlreiche Fachkräfte aus den Bereichen Bildung, Sozialarbeit, Integration, Verwaltung und Zivilgesellschaft ins Musiktheater der Dietrich-Bonhoeffer-Schule eingeladen hatte. Rund 90 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit zum Austausch über die Herausforderungen der digitalen Informationsgesellschaft.

Nach der Begrüßung durch Dr. Susanne Felger als Vertreterin des Kooperationsverbunds Bildung und Digitalisierung sowie Andrea Volz, der Schulleiterin der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, eröffnete der österreichische Kommunikationsexperte Andre Wolf von Mimikama die Veranstaltung mit seiner Keynote. Unter dem Titel „Fakt oder Fake? Klick, Fake, Wahrheit: Die Macht der Kommunikation” zeigte er eindrucksvoll auf, wie sich digitale Manipulation verändert hat und warum Medienkompetenz heute zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen gehört.

In seinem Vortrag machte Wolf deutlich, wie professionell Desinformation heute verbreitet wird und wie schwer es inzwischen geworden ist, echte Inhalte von manipulierten zu unterscheiden. Sein Appell: Nicht jede Information sofort teilen, sondern Quellen hinterfragen, Fakten prüfen und kritisch bleiben.

Bereits am Vormittag hatte Andre Wolf rund 200 Schülerinnen und -schüler verschiedener weiterführender Schulen für die Mechanismen von Fake-News, Desinformation und digitaler Manipulation sensibilisiert. Dieser gesonderte Vortrag war dank der Unterstützung der Volksbank Kurpfalz Stiftung möglich.

Im Podiumsgespräch am Nachmittag wurde deutlich, wie unterschiedlich sich die Herausforderungen rund um Desinformation, soziale Medien und künstlicher Intelligenz in den verschiedenen Lebensphasen zeigen. Während in Kindertagesstätten bereits die Mediennutzung im familiären Umfeld eine wichtige Rolle spielt, beschäftigen Schulen Fragen rund um KI-Anwendungen, Quellenbewertung und soziale Netzwerke. In der Erwachsenenbildung, Seniorenarbeit und Integrationsarbeit stehen dagegen häufig Informationsflut, Betrugsversuche, Sprachbarrieren und der Zugang zu verlässlichen Informationen im Mittelpunkt. Über diese Entwicklungen diskutierten Jaqueline Bergmann (Kita Bürgerpark), Fabian Bergwitz (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium), Dr. Cristina Ricca (Volkshochschule Badische Bergstraße), Nina Cloutier (Integrationsbeauftragte der Stadt Weinheim) sowie Keynote-Speaker Andre Wolf aus ihren jeweiligen beruflichen Perspektiven. Unter der Moderation von Sven Holland von den Weinheimer Jugendmedien wurden die unterschiedlichen Sichtweisen zusammengeführt und gemeinsame Herausforderungen herausgearbeitet. Dabei zeigte sich, dass Desinformation, Fake News und KI-generierte Inhalte längst nicht mehr nur einzelne Zielgruppen betreffen, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden müssen – nicht zuletzt, um die Demokratie zu schützen.

Die Veranstalter zogen abschließend ein positives Fazit des Fachtags. Deutlich geworden sei, dass die Förderung von Medienkompetenz heute eine gemeinsame Aufgabe aller pädagogischen Fachkräfte ist. Ebenso wichtig sei der Austausch zwischen den verschiedenen Arbeitsfeldern, um Menschen aller Generationen dabei zu unterstützen, Informationen einzuordnen, Quellen kritisch zu hinterfragen und sich sicher in digitalen Räumen zu bewegen.

„Desinformation, manipulierte Inhalte und KI-generierte Informationen begegnen Menschen heute in nahezu allen Lebensbereichen. Umso wichtiger ist es, Fachkräfte für diese Entwicklungen zu sensibilisieren und ihnen Raum zu geben, sich über Strategien auszutauschen“, betonte Mitinitiatorin Dr. Susanne Felger vom Übergangsmanagement Schule-Beruf der Stadt Weinheim.

(Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 01. Juli 2026)