Kinder-Jugend-Beirat lobt Vorhaben des Stadtjugendrings in Kooperation mit den Jugendmedien

3 November 2017 Sven Holland Aktuelles

Wie Kinder und Jugendliche ermutigt werden, sich in das Gemeinwohl einzubringen und Verantwortung zu zeigen, sich einzumischen und sich zu beteiligen, das ist eine der Fragen, von der die Zukunft der Demokratie abhängt. Der Stadtjugendring in Weinheim geht dabei weit voran und hat seit dem vergangenen Jahr durch die Aufnahme in ein landesweites Förderprogramm auch weitere finanzielle Mittel zur Verfügung: 75 000 Euro vom Land, wenn weitere 50 000 Euro selbst finanziert werden; das alles für drei Jahre. Das Projekt ist gut angelaufen und vorzeigbar, es gab „Hearings“ und Probewahlen bei der letzten Bundestagswahl, Beteiligungen an kommunalpolitischen Entscheidungen und immer wieder moderne Beteiligungsformate in neuen Medien.

Einen ersten Zwischenbericht lieferten der Geschäftsführer des Stadtjugendrings, Martin Wetzel, und Medienexperte Sven Holland jetzt im Kinder- und Jugendbeirat ab; Sven Holland ist im Rahmen des Projektes beauftragt, die Kinder und Jugendlichen in den Möglichkeiten des Internets zu schulen – und damit auch Missbrauch zu verhindern. Dafür wurde auch eine Internetseite www.jugendmedien-weinheim.de mit einer korrespondierenden Facebookseite und anderen Social Media-Kanälen eingerichtet. Für den Ansatz und die Umsetzung bekamen Wetzel und Holland viel Lob von der Kommunalpolitik. Nur so könnten neue Medien als Instrumente der Beteiligung sinnvoll eingesetzt werden.

Auf der Internetseite des Kommunalverbandes Jugend und Soziales (KVJS) wird das Weinheimer Modell so beschrieben: „Es wird eine gelingende und nachhaltige Form der Partizipation erprobt, dazu werden ganz unterschiedliche Formate mit den Kindern und Jugendlichen entwickelt und zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Durch den Methodenmix soll gezielt eine sehr breite Beteiligung junger Menschen erreicht werden.“ Partizipation, also Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entwicklungen und Entscheidungen in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft, das ist der zentrale Begriff, den auch Geschäftsführer Martin Wetzel immer wieder verwendet. Wichtig ist ihm dabei der Proporz zwischen den Milieus der jungen Menschen, deren Herkunft und deren Verteilung im Stadtgebiet.

Mädchen und Jungen sollen gezielt angesprochen werden, ein Weststädter genauso wie ein Oberflockenbacher. Vorstellbar sind Fotowettbewerbe, die bei der Analyse des lokalen Sozialraumes helfen, junge Geflüchtete werden ebenfalls in gezielten Aktionen einbezogen. Konkrete Projekte können auch eine Weinheimer Bolzplatz-Liga, eher für die männliche Zielgruppe oder ein „Mädchenstadtplan“ oder ein thematisches Ferienprogramm für alle sein. Das Modell hat auch einen Namen, er lautet: A(ttra)ktives Weinheim – Mein (Durch)Blick, Mein (Frei)Raum, Mein (Wein)Heim; ein attraktives Weinheim aktiv gestalten – dank Kinder und Jugendlichen.

(Quelle: WNOZ Weinheimer Nachrichten, 03.11.2017)